Nackenfaltenmessung - NT-Messung - Nackentransparenzmessung - Ersttrimesterscreening

Alle vier Begriffe umschreiben die gleiche Untersuchung. Im folgenden möchten wir Sie über diese informieren.

 

Was ist die Nackenfalte?

Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche, wenn sich das Lymphsystem und die Funktion der Nieren entwickeln, kann man im Bereich des Nackens des Feten ein Flüssigkeitsdepot mittels Ultraschalluntersuchung feststellen. Dies ist völlig normal. Nach der 14. Schwangerschaftswoche bildet sich dieser Flüssigkeitsraum wieder zurück.

 

Was sagt diese Nackenfalte nun aus?

Man hat festgestellt, das man anhand der Messung der Dicke dieser Nackenfalte eine Aussage darüber machen kann, wie hoch das Risiko des Kindes ist mit einer zytogenetischen Chromosomenstörung auf die Welt zu kommen. Die häufigste und bekannteste dieser Erkrankungen ist das Down-Syndrom (Trisomie 21). Die Aussage ist allerdings lediglich eine Risikoermittlung und keine Diagnose.

 

Wir können Ihnen mit einer Sicherheit von über 90% sagen wie Ihr individuelles Risiko ist. Dabei ist die Untersuchung nicht invasiv und ohne Risiko für Sie oder Ihr Kind.

 

Gleichzeitig können auch andere Erkrankungen, wie angeborene Herzfehler oder Fehlbildungen der Nieren, eine auffällige Nackenfalte präsentieren. In diesem Fall bekommen wir durch die Messung frühzeitigst wertvolle Hinweise auf therapierbare Erkrankungen und können Sie entsprechend früh an Spezialisten überweisen, was optimale Bedingungen für Ihr Kind ermöglicht.

 

Eine Diagnose kann nur mit der Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) gestellt werden. Dabei wird mittels einer Kanüle Fruchtwasser entnommen und dieses untersucht. Das trägt gewisse Risiken mit sich, die in seltenen Fällen sogar mit dem Verlust des Kindes verbunden sind. Daher möchten wir den Anteil der Frauen, die eine invasive Untersuchung durchführen lassen, möglichst gering halten. Ein weiterer Nachteil der Amniozentese ist, das diese keine Hinweise auf Herzfehler o. ä. liefern kann. 

 

Wie wird die Nackenfalte untersucht?

Die Nackenfalte kann zwischen 11+0 und 13+6 mittels Ultraschalluntersuchung, völlig risikofrei für Ihr ungeborenes Kind, gemessen werden.

Um optimale Messergebnisse zu erhalten sollte die Untersuchung mit einem hochauflösenden Ultraschallgerät durchgeführt werden. Sie erfordert für den Untersucher eine entsprechende Fortbildung und viel Erfahrung. Sie sollten zu der Untersuchung etwas mehr Zeit als sonst mitbringen. Die Messung wird in der sogenannten Sagittalebene des Kindes durchgeführt. Das bedeutet, wir müssen ein Bild in einer Ebene genau durch die Körpermitte Ihres Kind erhalten, sprich, eine Ebene, die durch die Nase, Wirbelsäule und Harnblase verläuft. Gleichzeitig darf das Kind weder stark gekrümmt sein noch darf es sich überstrecken. Da die Kinder in diesem Schwangerschaftsalter noch viel Platz "zum Schwimmen" haben, erfordert das Auffinden dieser Ebene gelegentlich etwas mehr Geduld und Zeit.

 

Während dieser Zeit können Sie sich aber in Ruhe Ihr Kind anschauen!

 

Parallel zur Untersuchung nehmen wir Ihnen Blut ab und bestimmen zwei Blutwerte. Mit der Kombination aus Blutwerten und Ultraschalluntersuchung können wir dann ausrechnen wie das individuelle statistische Risiko Ihres Kindes ist, an einer Chromosomalen Anomalie zu leiden.

 

 

Folgende Fragen sollten Sie sich unbedingt vor der Untersuchung stellen: "Wie gehe ich mit dem Ergebnis der Untersuchung um"?

Den allermeisten Frauen kann ich nach der Untersuchung mitteilen, das ihr Kind zu über 90% gesund istu. Bei einem kleinen Teil der Frauen liegt nach der Untersuchung ein Ergebnis mit einer Risikoerhöhung auf eine Chromosomenanomalie vor.

 

Dies bedeutet ausdrücklich nicht, dass das Kind krank ist. Im Falle einer Risikoerhöhung würden wir Ihnen eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) zur sicheren Diagnosestellung empfehlen.

 

Sie sollten sich vorher damit auseinandersetzen, was das Ergbnis für Sie bedeutet. Wenn Ihnen eine Risikoermittlung nicht ausreicht, sondern Sie eine sichere Diagnose möchten, sollten Sie in jedem Fall eine Amniozentese durchführen lassen. Auch in diesem Fall lohnt sich trotzdem die NT-Messung, da diese den Vorteil hat, auch Hinweise auf andere, behandelbare Erkrankungen zu liefern.

 

Wird die sieht es mit der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen aus?

Leider wird die Nackenfaltenmessung in Deutschland nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wir bieten Sie Ihnen als Selbstzahlerleistung an. Bei der Kostenübernahme durch private Versicherungen gibt es in der Regel keine Probleme.

Die Amniozentese wird von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge übernommen.

Wenn Sie unter 34 sind und eine auffällige Nackenfaltenmessung haben wird in diesem Fall die Amniozentese auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung!


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